
Doktor Schmerz:
Man beachte, dass die typische Blaufärbung von Fungi Mcinsallus herrührt, während der gräuliche, viel häufigerere Pilz dimoecter Psyrogaster weniger appetitlich aussieht. Allerdings ist erstere Pilzsorte sehr giftig.
Gronkor:
Pffff, von wegen Fachmann!!
Verwechselt einen Fungus Archaeopter Linnaeus mit einem Dimoecter Psyrogaster!
Was für ein Anfängerfehler!
Doktor Schmerz:
Äh, nein! Der F. Archaeopter Linnaeus besitzt eine grünlichere Myzelfärbung, darüberhinaus unterscheiden die beiden Arten sich hinsichtlich ihrer Enzymstruktur und des Habitats beträchtlich. Kein Wunder, gehört die Psyrogasterfamilie ja zu den unechten Schleimpilzen und nicht zu den Funguiden im eigentlichen Sinne.
Gronkor:
Nicht ganz richtig. Der F. Archaeopter Linnaeus besitzt eine hellgraue Myzelfärbung, grünlich ist sie beim F. Archaeopter Usbecii, mit dem dieser allerdings gerne verwechselt wird. Und ein Dimoecter Psyrogaster kann das - obwohl er bei diesen Lichtverhältnissen leicht für einen gehalten werden könnte - schon deshalb nicht sein, weil dieser bei Dunkelheit (die ja durch den verschlossen Deckel gegeben war) Epsoepsin produziert - eine für die gesamte Funguiden-Familie (also auch den hier zu beobachtenden Fungi McInsallus) auf Grund von deren reziprokem Eiweißkreislauf hochgiftigen Substanz. Dies hätte zu dem typischen, von von Stövelshagen bereits 1815 beobachteten "Verdrängungsring" geführt, der hier jedoch ausbleibt. Und es war auch von Stövelshagen, der zwei Jahre später die auch hier zu beobachtende Symbiose zwischen Fungus Archaeopter Linnaeus und Fungi McInsallus als erster beschrieb (vgl. Deutsche Mykophone Enzyklopädie von 1830, zweite Auflage, Eintrag "Fungi McInsallus").
Doktor Schmerz:
Es ist immer putzig und rührend, wenn auch Laien sich für die Fungologie interessieren. Aber doch erkennt man in deinen Urteilen, dass diese einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren- "Verdrängunsgringe" beispielsweise sind eine Theorie des 19. Jahrhundertts, die aus den bescheidenen, damaligen Mitteln der Mykologie herrührt. Mit einem einfachen Enzymstaniographischen Test hättest du sofort ermitteln können, dass selbstverständlich keine Epsoezide oder sonstigen Mykotoxen in Myzel und Geflecht ausgesondert werden. Ergo: Es handelt sich hierbei um den Psyrogaster.
Gronkor:
Ach, dass der alte Streit zwischen Fungologen und Mykologen, bzw. besser: Mykodäten jetzt auch aufs Internet überspringen muss! Der Vorwurf, Mykodätie sei noch nicht einmal eine ernst zu nehmende Wissenschaft, gibt der alten Auseinandersetzung allerdings eine neue Qualität. Sie, Herr Kollege Dr. Schmerz, scheinen doch noch nicht einmal die bahnbrechenden mykodätischen Veröffentlichungen des Teams um Seyffert und Knuppski vom Colorado Institute of Biology zu kennen, in denen die Theorie der Verdrängungsringe, oder, um es Knuppskis Worten zu sagen: Diminuitivkerbungen auf dem Boden der Phylognomie sozusagen in das einundzwanzigste Jahrhundert hinüberrettet und gleichzeitig die "Fungologie" wieder ins Reich der Pseudowissenschaft verwiesen hat, wo sie hingehört.
Man denke nur an die längst widerlegte "Myzelreruptionsthese", auf der das gesamte Gedankengebäude der modernen "Fungologie" basiert und die spätestens 2002 von Florian Blumenthal in seiner bahnbrechenden Dissertation eindeutig widerlegt wurde. Aber diese Veröffentlichung scheint Ihnen irgendwie entgangen zu sein. Deshalb hier zur Erinnerung:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/79/