Montag, 20. Juni 2011

Stilikone Humphrey Bogart





Ich will diese Anzüge und diese Frisuren. Jetzt!

Sonntag, 12. Juni 2011

Waffenfähiges Plutonium

Gastbeitrag von Sloyment

Gestern habe ich geträumt, ich wäre vom Nordpol zum Südpol zu Fuß gegangen, so wie Frank Schöbel es besingt. Da durch die globale Erwärmung das Wasser schneller verdampft, ist der Meeresspiegel gewaltig gesunken, so dass man die Ozeane an den flachsten Stellen in der Tat zu Fuß durchqueren kann. Der Mann vom Reisebüro erklärte mir die genaue Route, und dann ging es los. Als ich wieder zurück in Hamburg war, rief mich meine Mutti von ihrem Händi aus an. Sie war auf eigene Faust zum Südpol geflogen und nun enttäuscht, dass ich schon wieder weg war. Ausserdem hatte sie die Orientierung verloren und konnte nicht mehr zum Flugplatz zurückfinden. Deshalb sollte ich sie abholen, was mir aber zu viel war, denn ich brauchte erstmal ein bisschen Verschnaufung. Ich ging daher auf OpenStreetMap und erklärte ihr den Weg so gut es ging am Telefon. Danach rief mich Assurbanipal an, ob wir zusammen Musik machen; er sei gerade in der Nähe. Ich bejahte dies, und kurze Zeit später stand er vor der Tür mit drei großen runden Kaffedosen voller Chemikalien. In diesen Dosen sei waffenfähiges Plutonium, ganz schwer ranzukommen, aber damit könnten wir bei unserem nächsten Konzert den Super-Bühnenshow-Effekt schlechthin abliefern. Assurbanipal steht nämlich auf Atombombenexplosionen. „Aber dann sind ja alle unsere Fans tot.“ wendete ich ein, und Assurbanipal agreete instantaniously, dass wir die Chemikalien beim Konzert doch nicht einsetzen würden können. Schlimmer noch! Mit waffenfähigem Plutonium in der Tasche sollten wir uns besser nicht erwischen lassen. Der Besitz allein sei bestimmt strafbar, sagte ich, und wir würden dafür bestimmt hingerichtet. Also warfen wir die Dosen in den Kofferraum vom Auto von Assurbanipals Eltern und fuhren kreuz und quer durch die Stadt, um sie irgendwo loszuwerden. Zuerst fuhren wir zum Schrottplatz, aber dann hatte ich doch Bedenken: früher oder später würden die Kaffeedosen durchrotten, und dann würden mit dem Plutonium weite Landstriche verseucht. Also kämen wir wohl oder übel nicht umhin, das Plutonium zu verbrauchen. Wir fuhren also zur Elbe, um ein kleines Feuerwerk zu machen, aber vorher nochmal zu mir nach Hause, um die Videokamera zu holen. Vielleicht könnten wir die Aufnahmen ja noch für die Stadtzertrampelungszene in unserem nächsten Musikvideo gebrauchen. Als wir an der Elbe ankamen, kam mir die Idee, wir könnten die Dosen ja auch einfach bei der Polizei abgeben und behaupten, wir hätten sie an der Elbe gefunden. Assurbanipal war einverstanden. Also kehrten wir wieder um und fuhren erstmal zu Aldi, um uns Süßigkeiten zu kaufen. Als wir wieder rauskamen und die Tüten in den Kofferkasten luden, bemerkte ich an den Kaffedosen mit dem spaltbaren Material an der Seite einen kleinen, unleserlichen Schriftzug. Ich versuchte ihn zu entziffern: „Ritter“ stand dort mit Schlagbuchstaben eingeprägt. „Hast du die Dosen von Holger Ritter bekommen?“ – „Ja, woher weißt du das?“ Warum bin ich darauf nicht eher gekommen? Holger arbeitet in einer „Kaffeerösterei“, was nichts anderes ist, als ein Brutreaktor! Klar, dass er dort an sowas rankommt. Aber der Chef war listig und hat den Namen des Mitarbeiters in den Behälter graviert, damit dieser eben nicht geklaut wird. Wie dumm muss man sein! Wusste Holger das denn nicht? Der Chef muss es ihm doch irgendwann mal gesagt haben, sonst funktioniert der Trick doch gar nicht. „Wenn ich es herausfinden kann, dass die Dosen von Holger stammen, kann die Polizei das auch. Und wenn Holger aussagt, wem er die Dosen gegeben hat, weil er nicht hingerichtet werden möchte, dann werden wir hingerichtet, und Holger auch.“ Ratlos saßen wir auf dem Aldiparkplatz an diesem wunderschönen Sommertag. Nach einer Weile begannen wir, die Aldi-Schokolade zu verspeisen.